12. März 2008

Am Donnerstag gehe ich betteln...

Eigentlich hatte ich ja mal die Absicht, über den Krebs einen Blog zu machen. Davon bin ich inzwischen aber abgekommen, weil es mir einfach zu viel ist, laufend davon zu reden oder zu schreiben. Wenn ich zu dem Thema etwas zu sagen habe, werde ich es in Zukunft hier machen.
Also, nachdem die HDI - Versicherung offensichtlich mit der Verschleppungstaktik bei dem Schmerzensgeld arbeitet, habe ich beschlossen bei dem verantwortlichen Arzt zu betteln, (weiter im folgenden Text, mit dem ich Leute eingeladen habe) .
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich werde mich morgen, am Donnerstag, den 13. März 2008, gegen 10.00 Uhr, mit meiner Hündin, einigen Flyern und einer "Bettelbüchse" und meiner Akte vor die Praxis von Prof. ................ Schönstraße 5-7 in, SF links 2. OG, 13086 Berlin setzen.
Ich werde die Patienten, die zu ihm wollen, bitten, mir etwas "Kleingeld" zu geben. Warum?
Weil der o.g. Arzt auf Grund eines schweren Behandlungsfehlers verantwortlich dafür ist, dass ich langsam und scheußlich an Zungenkrebs krepieren werde.
Als ich vor einem Jahr, weil ich ihm nicht mehr glaubte, die Initiative ergriff und den Arzt wechselte, der mich sofort in die Charité überwies, wurde festgestellt, dass ich inoperablen Zungenkrebs mit Metastasenbildung habe. Ich habe die Untersuchungsbefunde und inzwischen auch ein Gutachten des MDK.
Ich habe daraufhin einen Anwalt beauftragt, sich außergerichtlich (was ich inzwischen sehr bereue), mit dem o. g. Prof. zu einigen, mir ein Schmerzensgeld zu zahlen, damit ich den letzten Rest meines Lebens noch eingermaßen menschenwürdig leben kann. Das heißt, dass ich ins Krankenhaus gehen kann, wenn es nötig ist und mich, solange ich noch essen kann, gesund zu ernähren.
Ich bin seit der Diagnosestellung EU-Rentnerin und bekomme ergänzende Sozialhilfe. Habe also auch nur 347,-€ zur Verfügung.
Ich kann nicht ins Krankenhaus gehen, weil ich eine Hündin habe, die ich während dieser Zeit in einer Hundepension unterbringen muß. Was aber natürlich mit dem mir zur Verfügung stehenden Geld nicht möglich ist. Und auch nicht nötig wäre, wenn dieser Krebs rechtzeitig erkannt worden wäre.
Seit einem 3/4 Jahr warte ich nämlich nicht mehr auf Reaktionen seitens der o.G. sondern auf Aktionen. Die Unterlagen zur Prüfung der "Angelegenheit" sind schon lange alle dort vorhanden.
Offenbar versuchen der Professor und seine Versicherung, die HDI, auf Zeit zu spielen. Könnte ja sein, dass ich schnell krepiere und dann brauchen sie nichts mehr zahlen.
Ich bin aber aus Prinzip nicht bereit, schneller zu krepieren, als unbedingt nötig. Deshalb werde ich also dort betteln gehen. Obwohl das ziemlich scheußlich und erniedrigend für mich ist, es dort machen zu müssen, nachdem der Prof. mir in einem persönlichen Gespräch nach der Diagnosestellung gesagt hat: - Na, dann machen Sie mal schön die vorgeschlagenen Therapien, nicht wahr?-
Ich weiß nicht, wie lange mich die Polizei dort sitzen lässt, aber versuchen muss ich es.
Vielleicht interessiert es ja jemanden?
Mit freundlichen Grüßen
Ellen

1 Kommentar:

Felicia hat gesagt…

Warum, ach, warum brauchen wir Deutschen immer einen Schuldigen?

Wer ist denn schuld daran, dass Du, werte Ellen, nicht zu einem hellsichtigeren Mediziner gegangen bist? Hm?

Oder, wer ist schuld daran, dass eines Tages Deine Zellen begonnen haben, unkontrolliert zu wachsen?

Die besten Wünsche für Deine Genesung, aber diese schrecklichen Schuldzuweisungen machen Dich auch weder gesünder noch seelisch heiler.

Gruß
eine ebenfalls nur durch Zufall Krebsdiagnostizierte, die sehr gut ohne Schuldzuweisung genesen ist.